Geschichte

Die Gründerjahre

Schon damals, im Jahre 1907, als der Fußballsport in unserer Heimat noch nicht so gesellschaftsfähig war wie heute, fanden sich mehrere junge Männer und Burschen zusammen, um sich dem Fußballspiel zu widmen. Hier eine Auflistung der sogenannten Raufbolde, wie sie früher scherzhaft genannt wurden, aus der Zeit von 1906 bis 1919.

Peter Bisges, Jakob Bremmers, Wilhelm Clement, Franz Dahmen, Franz Dohr, Albert Eich, Ludwig Eich, Engelbert Ferfers, Ludwig Ferfers, Johannes Flöth, Josef Gentges, Peter Gentges, Heinrich Horst, Johannes Horst, Theodor Hahnen, Paul Horn, Heinrich Jöcken, Andreas Kaspers, Michael Kaspers, Josef Klaus, Wilhelm Kils, Peter Lennartz, Wilhelm Lenßen, Heinrich und Johannes Moerschen, Theodor Rütten, Jakob, Josef und Karl Schorn, Jakob Schiefs, Theodor Schroers, Heinrich Stabelmann, Franz Stadtfeld, Josef Steeg, Johann und Josef Thommeßen, Jean van de Sandt, Jan van de Wight, Josef Weenen, Johannes Wildenrath, Gebr. Moors und Gebr. Oerschkes.

So etwas Neues ins Leben zu rufen, war in den Jahren, als der größte Teil der Bevölkerung im Vergleich zu Heute in doch sehr ärmlichen Verhältnissen lebte, ungleich schwieriger. Dennoch haben diese jungen Leute es fertiggebracht, eine Fußballmannschaft, zeitweise sogar mehrere, aufzustellen. Der Sportplatz war irgendeine Wiese oder ein Feld im Weichbild von Vorst. Dorthin zogen die jungen Spieler, die selbstgebastelten Torstangen geschultert, mit ausgedienten Feldschuhen und Bällen aus Schweinsblasen oder sogar Lappen gefertigt. Wenn man dann vom Besiter vertrieben wurde spielte man woanders.

Dies geschah natürlich, ohne daß man einem Verband angeschlossen war. Der Verein, schon zu der Zeit Spielverein Vorst genannt, existierte als sogenannter “wilder Verein”. Aber ein Vereinslokal hatte man schon. Der Wirt der damaligen Herberg zur Heimat, Josef Hilden übernahm das Risiko den Fußballfreunden das Gastrecht zu gewähren. Diese Gaststätte war die spätere Schankwirtschaft von Hubert Kaerkers in der Giesenstrasse Nr. 12.

 

Gründung 1919

Zum 1.Vorsitzenden wurde Gustav Rütten gewählt. Es wurde beantragt und durchgeführt, den neuen Verein in das Vereinsregister gerichtlich einzutragen. Somit war man dann ein eingetragener Verein mit dem Zusatz eV. Weitere Vorstandsmitglieder waren Heinrich Moerschen (2.Vors.), Heinrich Baumanns (1.Geschätsführer), Peter Brockmann (2.Geschäftsführer) und Adolf Kleinschumacher (1.Kassierer).

Das größte Problem war nun der Sportplatz. An einen Platz, wie wir ihn heute kennen, war nicht zu denken. Dazu waren die Mittel nicht vorhanden. Auch fehlte es an Verständnis bei Verwaltung und Gemeinderat. Zuletzt blieb nichts anderes übrig, als auf der Stieger-Weide an der Dellstrasse zu spielen, die auch dem Turnverein als Übungsplatz diente. Dieser Platz hatte die Abmessungen von ca. 40X60 Meter.

Auf so einem Platz zu spielen würde man heute für unmöglich halten, aber zur damaligen Zeit wurde alles getan, um dem Fußball weiter zu helfen. Zwei Jahre später spielte man dann in den Wiesen von Willner an der damaligen Krautfabrik Terwyen & Co.

 

 20 – 40er

Erste Mannschaft

1.Mannschaft nach Gründung im Jahre 1919:
stehend v.li.: Brockmann, Peter (Schiedsrichter); Mörsch, August; Gentges, Johannes; Horst, Heinrich; Kleinschuhmacher, Adolf; Stadtfeld, Franz; Moerschen, Johannes; Eich, Ludwig; Schorn, Josef
vorne v.li. Kaspers, Andreas; Dohr, Franz; Flöth, Johannes

In den zwanziger und dreißiger Jahren wuchs der Spielverein zu einer recht großen Organisation heran.

In dieser Zeit spielten 3 Senioren und 2-4 Jugendmannschaften. Die erfolgreichste Mannschaft war die 1.Mannschaft der Jahre 1923 – 1928. Sie schaffte den Aufstieg aus der B-Klasse in die A-Klasse.

Im Jahre 1935 wurde der Spielverein und der Turnverein auf Veranlassungder damaligen Machthaber zu einem Verein vereinigt. Dieser neue Verein erhielt den Namen TuS 1878 Vorst. Dann kam der 2. Weltkrieg und der Fußball lag wieder ziemlich brach. Nach dem Krieg 1946, wurden aus einem wieder zwei Vereine.

Der Spielverein stand zunächst unter der Leitung des Sportskameraden Heinz Hendrix, bis folgende Mitgliederversammlung-der Verein hatte wieder eine Mitgliederzahl von über 200 erreicht- Otto Fahrenbach zum 1.Vorsitzenden gewählt wurde.

Zunächst spielte nur eine Mannschaft, aber schon Ende 1946 konnten 2 Senioren und 3 Jugendmannschaften aufgestellt werden. Bis Ende der Spielzeit 47/48 konnten keine großen Erfolge erreicht werden.

Dann aber, unter Vorsitz von Rektor Willi Otten ging es aufwärts. 1949 feierte man das erste Vereinsjubiläum zum 30 jährigen Bestehen des Vereins. Das Fest fand statt vom 11 bis 18.9.1949 Höhepunkt war dann, neben zahlreichen Sportveranstaltungen, das Festbankett und der Festball im Saal von Hubert Küppers auf der Kuhstrasse.

 

 

 

 

Mannschaft Anfang 50er:
oben v.li. Bossinger, Johannes; Küthen, Willi; Derichs, Andreas; Nisters, Franz; Flöth, Willi; Nisters, Franz; Klein, Franz; Wego, Fritz; Ferfers
mitte v.li. Wiatkowsky; Klein, Hubert; Hüskes, Adolf
unten v.li. Honnes; Zänsler, G.; Ott, S.

In den Jahren nach 1949 war die 1.Mannschaft in der Leistungstabelle unserer Spielklasse immer im oberen Drittel zu finden, bis sie im Jahre 1956 den Aufstieg in die 1.Kreisklasse schaffte. Nach einigen Jahren, verursacht durch Krisen innerhalb der Mannschaft und des Vorstands stieg die 1.Mannschaft wieder in die 2.Kreisklasse ab.

Durch den Aufbau einer fast neuen Mannschaft und Einstellung eines Trainers errang die 1.Mannschaft im Jahre 1961 den Gruppensieg, die Kreismeisterschaft und damit den Aufstieg in die 1.Kreisklasse. Weitere Erfolge aus dem Jahre 1961 waren noch der zweite Platz im Wettbewerb um den Josef-Hommes-Pokal und der Sieg im Grenzlandpokal, dem sogenannten Johannes Strötges-Gedächnis-Pokal. Ein weiterer wichtiger Schritt war, das Fritz Wego im Jahre 1958 das Amt des Jugendobmann übernahm und somit den Grundstein für eine intakte Jugendarbeit legte.

Die erfolgreichsten Jugendmannschaften bis 1970 waren dei A/B Jugend, die in der Spielzeit 68/69 ungeschlagen die Gruppenmeisterschaft und die Kreismeisterschaft gewann und die D-Jugend, die den Willicher Pokal gewann und zwei Jahre hintereinander den 2.Platz in der Meisterschaft-Leistungstabelle belegte.

Als es mehrere Jahre keine Alte-Herren Mannschaft gab, gründeten Mitbürger aus dem Vorster Siedlungsgebiet eine solche, um älteren Fußballfreunden die Gelegenheit zu geben, etwas für die Gesundheit zu tun. Im Jahre 1969 feierte der Verein sein 50 jähriges Bestehen. Da in diesem Jahr im Rahmen der Kommunalpolitik beschlossen wurde, die Ortsteile Vorst und St.Tönis zu vereinigen, was dann auch zum 01.01.1970 umgesetzt wurde, verlegte man die Feierlichkeiten in den September 1970. In diesen Zeitrahmen passte es, das das von der ehemaligen Gemeinde Vorst geplante, und nach Überwindung vieler Schwierigkeiten fertiggestellte Sportgelände, den Sportlern übergeben werden konnte. Hierzu gratulierte der letzte Gemeindedirektor der selbsständigen Gemeinde Vorst und Schirmherr Hans Hochbruck. Damit löste man die erste, 1949 enstandenen Sportanlage ab und konnte in Zukunft auch unter Flutlicht spielen und trainieren.